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NBG-Gut­ach­ten über die Me­tho­dik bei der Ein­gren­zung der Teil­ge­bie­te

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Gutachten | 04.11.2025

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) feilt an ihren Methoden, um Teilgebiete weiter eingrenzen und bis Ende 2027 Standortregionen vorschlagen zu können. Die Sachverständigengruppe des NBG hat diese Methodik näher betrachtet. Hier die Ergebnisse ihres Gutachtens – kurz & verständlich zusammengefasst.

Die BGE führt derzeit die sogenannten repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen (rvSU) durch. Sie sind der wesentliche Arbeitsschritt, um die jetzigen Teilgebiete weiter eingrenzen zu können. Noch sind rund 54 % Deutschlands im Rennen als Endlagerstandort. Mit der jetzigen Auslese werden die bestgeeigneten Gebiete der sogenannten Kategorie A bestimmt.  Nur diese Gebiete werden dann im weiteren Verfahren noch berücksichtigt. Der Plan der BGE: bis Ende 2027 Standortregionen vorschlagen, die überirdisch als potenzielle Endlagerstandorte weiter untersucht werden

Die Methodik, um die Untersuchungen der rvSU durchzuführen, läuft in insgesamt vier Prüfschritten ab. In jedem Prüfschritt werden die Gebiete mit geowissenschaftlichen Kriterien bewertet. Dabei wird entschieden, ob sie den Prüfschritt bestehen und im nächsten noch weiter betrachtet werden. Die Bewertungen werden dabei Schritt für Schritt strenger vorgenommen. Die Kriterien stammen zum einen aus dem Standortauswahlgesetz (StandAG) und den Sicherheitsverordnungen. Zum anderen werden von der BGE aber auch zusätzliche Kriterien neu definiert.

Das NBG wollte wissen: Werden die Kriterien der rvSU wissenschaftlich nachvollziehbar definiert und angewendet? Wird der Stand aktueller Forschungsergebnisse berücksichtigt? Werden die Arbeiten durch externe Begutachtung qualitativ gesichert und dokumentiert? Die Sachverständigen des NBG haben Einsicht in den Datenraum der BGE genommen und konnten einen vertieften Einblick gewinnen, wie die BGE in den unterschiedlichen Wirtsgesteinstypen Steinsalz, Tongestein und Kristallin vorgeht.

Hier finden Sie das vollständige NBG-Gutachten.

Dr. Stefan Banzhaf
Dr. Heiko Zumsprekel

Kurz & Verständlich

Zusammenfassende Bewertung

  • Die entwickelten Kriterien zur Ermittlung der Standortregionen sind eine gute Grundlage, um die Sicherheitsuntersuchungen in allen vier Wirtsgesteinen durchzuführen. Die Arbeitsabläufe für Tongestein und Steinsalz in flacher Lagerung wurden bereits hinreichend getestet und verbessert, sind jedoch noch nicht vollständig dokumentiert.
  • Die BGE hat deutliche Fortschritte bei der qualitativen und quantitativen Analyse der potenziellen Standortregionen gemacht. Damit ist zu erwarten, dass bis Ende 2027 die Standortregionen bestimmt werden können.
  • Gerade die ersten beiden Prüfschritte der Sicherheitsuntersuchungen haben die noch weiter zu betrachtenden Gebiete bereits deutlich reduziert. Für Prüfschritt 3 und 4 wurden die Prozesse verfeinert. Besonders im Prüfschritt 4 liegt der Fokus nun darauf, die Gebiete mit den größten Sicherheitsreserven zu identifizieren. Potenzielle Gebiete der Kategorie A (bestgeeignete Gebiete) können in allen Wirtsgesteinen ermittelt werden.
  • Die entwickelten Workflows ermöglichen es, Fachwissen bei der Einschätzung der Gebietskategorien effizient einfließen zu lassen. Neu entwickelte Software-Tools sollen auch in Zukunft gewährleisten, dass alle Gebiete der Kategorie A transparent und vergleichbar eingeschätzt werden.
  • Die Arbeitsschritte der BGE werden ausführlich intern wie extern qualitativ gesichert. Die Qualitätssicherung wird von sogenannten Wirtsgesteinskoordinatoren moderiert und durch eine Software-Applikation nachvollziehbar dokumentiert. Ein geologisches Risikoregister wird außerdem aufgebaut, das zusätzlich Aspekte erfasst, die in den Kriterienkatalogen nicht berücksichtigt wurden.

Handlungsempfehlungen

  • Es wird empfohlen, das Geodatenmanagement in Deutschland zu verbessern, um die Qualität und Verfügbarkeit relevanter geologischer Daten für die Endlagersuche zu erhöhen.
  • Eine engere Zusammenarbeit zwischen der BGE und den Staatlichen Geologischen Diensten (SGD) bei regionalgeologischen Fragestellungen sollte gefördert werden, um Synergien zu nutzen und die Effizienz bei den Untersuchungen zu steigern.
  • Es wird geraten, Fachbegriffe in Bezug auf den Transport von radioaktiven Stoffen systematisch und einheitlich zu verwenden, um Missverständnisse zu vermeiden und innerhalb der Fachcommunity klar zu kommunizieren.
  • Vor allem für Salzstöcke sollten Daten zu Wassereinbrüchen und Bewegungen von Flüssigkeiten und Gasen gesichtet und aufgearbeitet werden, um mögliche Risiken genauer zu verstehen und besser zu bewerten. Auch Modellierungen zum inneren Aufbau eines Salzstockes sollten in die Bewertung eingehen.
  • Die zeitnahe und vollständige Dokumentation von Prüfberichten und Steckbriefen ist sicherzustellen.

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