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Streitgespräche: Nimmt sich Deutschland für die Endlagersuche genug Zeit?

Collage Steffen Kanitz (BGE-Geschäftsführung) & Monika C.M. Müller (NBG-Mitglied) Collage Steffen Kanitz (BGE-Geschäftsführung) & Monika C.M. Müller (NBG-Mitglied)
BGE/ Ev. Akademie Loccum

Streitgespräche | 01.03.2021

Zum Auftakt des neuen NBG-Formats "Streitgespräche" stand die Zeit im Fokus. Bis zum Jahr 2031 soll in Deutschland ein Endlagerstandort für hoch radioaktiven Müll gefunden werden. Doch wie realistisch ist das? Darüber diskutierte NBG-Mitglied Monika C.M. Müller mit Steffen Kanitz von der Bundesgesellschaft für Endlagerung.

Zu ambitioniert, zu unrealistisch?

Rund 200 Interessierte verfolgten das Gespräch auf dem YouTube-Kanal des NBG und stellten Fragen im Chat. Die Diskussion spannte den Bogen über die Genese der zeitlichen Wegmarken (2031/2050) bis zum Aspekt des Zeitdrucks. Schon in der Endlagerkommission hatte es Kritiker gegeben, die betonten, dass man für den Prozess nicht 14, sondern eher 60 Jahre bräuchte. Warum wurden diese Einwände nicht berücksichtigt? Leidet das Verfahren vielleicht an diesem Geburtsfehler? Ist der angestrebte Zeitplan womöglich zu ambitioniert - gerade in Zeiten von Corona, wo ein echter Austausch vor Ort kaum möglich ist? Erzeugt man durch das Festhalten an starren Zeitabläufen nicht unnötig Druck und verspielt Vertrauen?

Bröckelt der politische Konsens?

Nach der Veröffentlichung des Zwischenberichts zu den Teilgebieten hat der bayerische Koalitionspartner "Freie Wähler" etwa die eigene Eignung als Endlagerstandort in Zweifel gezogen. Diese Aussage war bereits zuvor im bayerischen Koalitionsvertrag verankert worden. Sächsische Landräte aus Bautzen und Nordsachsen schlossen ihre Gebiete ebenfalls aus. Obwohl das Standortauswahlgesetz von einer „weißen Landkarte“ ausgeht, d.h. keine Region von vorn herein ausgeschlossen ist. Wissenschaftliche Kriterien statt politisches Kalkül - so das Ziel. Wenn der politische Konsens nun stellenweise bröckelt, sind zeitliche Verzögerungen nicht vorprogrammiert? Welche Rolle spielt der kommende Bundestagswahlkampf?

Wie macht es die Schweiz?

Die Diskussion wagte auch den Blick über den Tellerrand. Auch die Schweiz sucht nach einem Endlager. Doch die Eidgenossen haben rund zehn Jahre früher damit begonnen. Das Endlager bei unseren Nachbarn soll auch frühestens 2060 für die Einlagerung bereitstehen. Es gab Verzögerungen, der Zeitplan musste in der Schweiz immer wieder angepasst werden - auch weil die Öffentlichkeitsbeteiligung viel mehr Zeit beansprucht hat, als ursprünglich geplant. Sollten wir nicht aus den Erfahrungen unserer Nachbarn lernen und es besser machen?

Das zukünftige Endlager soll die bestmögliche Sicherheit für 1 Million Jahre gewährleisten. Das ist eine schier unvorstellbare Zeitspanne. Aber die Wissenschaft und Technik entwickelt sich stetig weiter. Ist diese Größenordnung überhaupt realistisch? Das wurde z.B. im YouTube-Chat gefragt.

Sie finden all diese Aspekte und die Antworten darauf im Video-Mitschnitt der Folge 1 unserer Streitgespräche.

Steffen Kanitz (Bundesgesellschaft für Endlagerung/BGE) trifft auf Monika C.M. Müller (Nationales Begleitgremium/NBG), 3.1.2021/Online

Ausblick

Weiter geht es am 8. April mit Folge 2 der Streitgespräche. Dann steht die junge Generation im Mittelpunkt. "Hört auf uns! Können sich junge Leute wirklich bei der Endlagersuche einbringen?" Darüber werden wir sprechen mit NBG-Mitglied Jorina Suckow, die im Gremium die junge Generation vertritt, und Felix Klaschka, einem jungen Umweltwissenschaftler.

Am 25. Mai dreht sich alles um das Thema Partizipation. Patrizia Nanz, die Vizepräsidentin des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) trifft auf NBG-Mitglied Markus Dröge. Sie werden in Folge 3 der Streitgespräche über die Frage diskutieren: "Kann sich die Öffentlichkeit bei der Endlagersuche beteiligen".

Und am 3. August trifft Günther Beckstein (NBG-Mitglied & ehemaliger bayerischer Ministerpräsident) auf die langjährige Aktivistin in der Anti-Atomkraft-Bewegung Asta von Oppen (Netzwerk nukleares Gedächtnis). Das Thema der Folge 4 ist: "Hat man wirklich aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt?

Aygül Cizmecioglu

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